Heute ist Bergfest. Und wie begeht man ein Bergfest mit
Stil – natürlich mit einer Bergbesteigung.
Das Wetter heute sonnig rund 28 °C.
Es ging erst Richtung Hilo, dann bogen wir auf die Saddle
Road ab. Die Saddle Road führt zwischen den beiden Vulkanen Mauna Loa und Mauna
Kea auf gut 1800m Höhe hindurch, somit ist, laut Reiseführer, häufig mit Regen
und Nebel zu rechnen, vor allem in den Wintermonaten.
So es kam zum Glück nicht – eher das Gegenteil: volle
Packung Sonne - ok, ab und zu mal ein Wölkchen, aber darüber sahen wir
großzügig hinweg.
Die Straße führte steil in die Berge, von unten sah man
bereits die Observatorien als kleine weiße Punkte auf der Spitze.
Als erstes kam (selbstredend) das Visitor Center auf ca.
1900m Höhe. Hier sollte man Haltmachen und sich über die Wetterbedingungen und
sonstige Gefahren informieren – aber heute keine Thema, strahlender
Sonnenschein und kein Schnee auf der Straße nach oben (für unseren 2WD Ford
schon eine wichtige Info).
Dann weiter, den ersten Teil auf Schotterpiste, dann
wieder asphaltiert.
Nach gut einer halben Stunde erreichten wir dann etwas
unterhalb den Parkplatz des 4205m hohen Mauna
Kea. Oben gab es viele kleinere Erhebungen. Auf die unserer Meinung Höchste
schlugen wir dann unsere Route zu Fuß ein.
Die Luft war dort oben schon ganz schön ausgedünnt, so
dass man schnell anfing zu pumpen wie ein Maikäfer.
Auf dem Gipfel angekommen – ein herrliches Panorama. Die gesamte
Vulkankette Hawai’i s lag vor einem, inkl. Mauna Loa, der sich ja vorgestern
vor uns versteckt hatte. Natürlich auch die gesamten Observatorien.
Es kamen Einige zum Ski- bzw. Snowboardfahren hinauf. Wir
warteten, um die Kollegen mal in Aktion zu erleben, aber die hatten sich nur in
Rotten zusammengefunden und philosophierten anscheinend nur darüber, wie das
wohl mit der Abfahr wohl so wäre – aha, demnach also eine theoretische Abhandlung
über eine möglich praktische Umsetzung einer Abfahrt. Nach einer guten Stunde
hockten die da immer noch so rum. Der Schnee war wohl nicht kalt genug.
Es waren immerhin gute 10°C auf dem Berg, mal abgesehen
von den zugigen
Randbedingungen.
Einen kurzen Blick in das Keck I Observatorium ließen wir
uns nicht nehmen. Leider waren keine Rundgänge möglich und so schauen wir uns
wenigstens das Teleskop vom Besucherraum aus an.
Nach gut 1 ½ h traten wir den Rückweg an, natürlich mit
diversen Zwischenstopps für Fotoshootings.
Es war mittlerweile weit nach Mittag und wir beschlossen
in Hilo einen Stopp zwecks Nahrungsaufnahme machen. Die Wahl fiel auf „Jack in
the box“ – den Laden hatten wir bisher noch nicht.
Da wir es bisher noch nicht geschafft hatten glühende Lava
zu sehen, wollten wir unser Glück noch einmal im Volcano Park an der Kilauea
Caldera probierten – das Ticket war ja schließlich 7 Tage gültig. Kurz vor 18
Uhr erreichten wir den Krater. Und es war wie gehabt – neblig und natürlich nix
zu sehen und wir zogen unverrichteter Dinge wieder ab.
Da wir in den Observatorien schon keine Blicke in die
Sterne erhaschen konnten, versuchte ich mich an unserem Bungalow als
Sternengucker.
Was uns seit Ankunft aufgefallen ist und mittelweile
einen leicht nervenden Status erreicht hat, ist ein permanentes bei Dunkelheit laut
zu hörendes piepsend, pfeifendes Geräusch. Wir wurden neugierig und
recherchierten, da wir es einem einheimischen Vogel zuschrieben.
Aber Fehlanzeige.
Nix mit Vogel und schon gar nicht einheimisch. Der Urheber ist ein aus Puerto
Rico eingeschleppter 1,5cm großer Coqui Frosch, der mit ca. 100 db seinen
Gesang anstimmt.
So laut kann Natur sein. Ein ähnliches Erlebnis hatten
wir im Amazonas. Dort waren es Zikaden, die einem jeden Morgen mit dem Sound
einer Kreissäge das Aufstehen erleichterten. Tja, die Kleinsten sind immer
nicht immer die Leisesten.
Die Frösche sind hier mittlerweile zu einer Plage
geworden und die Regierung versucht ihnen mit einer Koffein-Wasser- Mixtur
beizukommen. Angeblich sollen die davon einen Herzkasper bekommen.

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